Samstag, 30. April 2016

Bonfire at Morphy Dome und Wandern bei den Angel Rocks

Bonfire at Morphy Dome:
Letztes Wochenende war wie gesagt Springfest. Während ich Donnerstagabend bis Samstagnachmittag im letzten Eintrag schon Revue passieren haben lasse, muss ich jetzt noch Samstagabend und Sonntag nachholen, die wieder Alaska pur waren!

Samstagabend:
Nach der bereits erwähnten Gun-Show ging es mit den anderen Studenten zu einem Bonfire auf dem Murphy Dome. Murphy Dome ist ein Hügel, auf dem ehemals eine große militärische Radarüberwachungseinrichtung der U.S. Air Force getront hat. Mittlerweile ist dort nur noch eine Radaranlage zu sehen.
Die Entfenrung von 20 Meilen zum Bonfire hört sich nicht so viel an, durch die katastrophal schlechten "Strassen" dauerte es aber circa eine Stunde bis wir da waren! Die "Strasse" war durch den geschmolzenen Schnee aufgeweicht worden, dann haben ein paar Pick-Up's ordentlich Unebenheiten in den Schlamm gemacht und zu guter letzt ist alles getrocknet. Resultat dieses Vorgangs: Der Unterboden des Autos meines Chauffeurs machte öfter als einmal Bekanntschaft mit den Hügeln auf der Strasse. Das war ganz klar zu hören!
Am Murphy Dome selbst wartete wieder ein schönes Bonfire auf mich. Auch waren wieder Polarlichter zu sehen. Und wenn man nach Norden schaute, konnte man die ganze Nacht ein rötliches Schimmern am Horizont erkennen. Das war die Sonne, die jetzt mit jedem Tag immer mehr über den Nordpol nach Alaska "hinüberlunzt".
Mein erstes Mal, dass ich die Sonne im Norden sehe!

Sonntag:
Sonntag hieß es dann aufstehen, Kartoffelbrei mit Sauerkraut und Bratwürsten für Montag und Dienstag kochen (musste einfach sein! :D) und dann raus in die Sonne zum relaxen.
Auf dem Weg nach draussen redete ich mit einem Freund von mir und er sagte, dass sie in 5 Minuten wandern gehen und ich mitkommen kann wenn ich wolle.
Also ab ins Zimmer, Sachen packen und ab ins Auto! Wie sich herrausstellte, hatte ich den größten Rucksack dabei. Jeder hatte einen kleinen Rucksack mit einer Literflasche zu Trinken. Eike hatte eine lange Hose, eine Veste, 2-Liter zu trinken, Apfel und Banane und ein Erste-Hilfe-Set dabei! Ich wusste ja nicht, was mich erwartet.
Nach 40-minütiger Fahrt erreichten wir unser Ziel: Angel Rocks! Die "Engel-Felsen".
Die Angel Rocks sind Felsen, die aus einem großen Berg herrausragen und auf denen man auch ein bisschen Klettern kann. Am Parkplatz ging es aus dem Auto raus und man wurde von ganzen Bataillonen von Moskitos begrüßt! Ich habe noch nie so viele Moskitos gesehen! Und alle hier haben mir gesagt, dass es noch mehr werden! Na das kann ja mal heiter werden...
Mit der Gruppe ging es dann erst einmal ein bisschen an einem Fluss entlang bis man am Fuß eines Berges war. Ab da ging es dann wie im richtigen Leben nur noch bergauf und die ein oder andere Schweißperle durfte rinnen! Aber oben wurde man dafür mit einem unglaublichen Ausblick und etwas Kletterei auf den Felsen belohnt!
Da Bilder bekanntlich mehr als tausend Worte sagen lade ich an dieser Stelle einfach ein paar Bilder hoch:

"Vom Eise befreit sind Strom und Bäche..." - Noch nicht!

+++ Eilmeldung: Geile Sau in den Wäldern von Alaska gesichtet! +++

Erstmal die Arme lüften nach dem anstrengenden Aufstieg!

Bud, Angelina und moi!

"Ich trainiere Beine nicht, weil man sie im Club nicht sieht!" - Lüge
Schön warm, aber trotzdem noch Schnee!

Man sieht vor lauter Wald die Bäume nicht!

Angriff der Killermoskitos - Teil 1!
PS: Auf meinem Kopf sind etwa 5 Moskitos erkennbar!


"Rage against the dying of the light!"
P.S. Während in Deutschland in dieser Woche der Winter zurückgekommen ist habe ich hier angenehem 16°C. Wer lacht jetzt also über wen wenn er friert? :D

Montag, 25. April 2016

Spring Fest - Feiern ne Woche vor der Klausur

Am vergangenen Wochenende war Springfest auf dem Campus, in welches die Gun-Show eingebettet war. Ich gehe wieder chronolgoisch vor:

Donnerstag:
Morgens arbeiten und abends kochen. Dann haben mich ein paar Studenten gefragt, ob ich sie zum "Capture the Flag"-Game um 21 Uhr begleiten will. Da habe ich natürlich nicht nein gesagt. Wer sich über die Uhrzeit wundert, keine Sorge: Hier ist es momentan bis 22 Uhr hell und dann ist bis 24 Uhr das sogenannte Twiligth. Also Dämmerung.
Who's that chic? :O
Das Spiel an sich ist einfach erklärt: Die 200 Studenten wurden in zwei 100er Gruppen eingeteilt. Dazu gab es pinke oder gelbe Stirnbänder. Und dann bekam jeder der Studenten noch eine mit Mehl gefüllte, weiße Socke. Das war die Munition.
Für alle die noch nie "Capture the Flag" gespielt haben (also noch nie einen Ego-Shooter), hier die kurze Erklärung:
Jedes der beiden Teams bekommt eine Basis zugeteilt mit einer Flagge in ihrer Farbe. Die Basen waren circa 500 Meter auseinander. Also einmal quer über den Hauptcampus. Ziel ist es, die gegnerische Flagge zu erobern und sie in die eigene Basis zu bringen und natürlich zugleich seine eigene Flagge zu verteidigen. Da man natürlich keine scharfe Munition benutzen darf (auch wenn wahrscheinlich 95% der Mitspieler Waffen zu Hause hätten) wurden die Socken kreirt. Hat man einen Gegner mit einer Socke abgeworfen, so musste er in einen neutralen Bereich in dem auch die Spielleitung saß. Und er musste mit den anderen Getroffenen warten, bis man gerespawned, also  wiederbelebt, wurde.
Insgesamt also ziemlich lustig und alles ohne Gewalt. Außer dem armen Mädchen, dem ich aus 15 Metern vollspann die Socke ins Gesicht gezimmert habe... Das war dann wohl der schnellste Gesichtspuder (das Mehl) den sie je bekam!  Sie war dann natürlich auf Rache aus und hatte ne ziemlich große Klappe. Und ich kann bis heute nicht sagen, ob sie mich mochte oder ob sie einfach nur Vergeltung wollte. :D
Insgesamt hat es ziemlich viel Spaß gemacht, ging bis Mitternacht und man hat viele Leute kennen gelernt! Auch wenn man manche heute nicht mehr erkennen kann, da sie im Gesicht Kriegsbemalung trugen.


Freitag:
Freitags war dann offizieller Beginn des Springfest. Um 13 Uhr war Watermelon-Dropoff! Da steigt dann der Präsi der Uni auf eines der höchsten Gebäude und schmeißt eine Wassermelone runter und alle freuen sich! Und dann gibt es noch traditionelle Tänze und BBQ und Mud-Volleyball, also eine richtige Schlammschlacht! Hört sich nach Spaß an!... Also zumindest was die anderen sagen. Ich saß im Büro und hatte um 15:30 Uhr ein Meeting, also Arbeitszeit bis 17 Uhr.
Mein (aus Deutschland stammender) Betreuer Franz Meyer meinte nur mitten im Meeting: "Why aren't you at the Springfest? You're a student?" Mein anderer Betreuer Wade Albright meinte dazu nur: "But he's German! He has to work and fullfill his duty! Like you're working the whole day!" Wir haben alle gelacht und ein paar Witze über den pflichtbewussten Deutschen gerissen, die leider mehr als wahr sind wenn ich mich im Büro und bei den anderen Studenten umschaue. Ganz nach dem Motto: "Erst die Arbeit, dann das Vergnügen!"
Abends ging es dann für mich auf die Karaoke-Party! Hier hat jeder gesungen und sich teilweise bis auf die Knochen blamiert, hatte aber unglaublich Spaß! Und dadurch, dass jeder gesungen hat und jeder mitgesungen hat war es nicht blamieren! Das Wort gab es an diesem Abend in diesem Raum nicht! Es war einfach nur Spaß! 
Ich selbst habe mich dann als einziger an ausländisches Liedgut gewagt und meine Sprachkenntnisse unter Beweis gestellt. Als ob es meine Muttersprache sei habe ich dort oben "em Meys Reinhard sein Klassiker" "Über den Wolken" performt. Beim Aiaiai tobte der Saal! Jeder sang mit! Ich hatte sie gefesselt! In den Bann der deutschen Sprache gezogen! Sie lechtzten nach Goethe und Schiller! Da stand ich nun oben, schmetterte diese Ballade runter und der Plebs zelebrierte den König der neuen deutschen Welle! 
Aber diese Ballade erinnerte mich auch an meinen Abflug aus good old Germany, an den verregneten, dunklen Frankfurter Flughafen und an den Moment, als mein Flieger durch die Wolkendecke stieß und plötzlich in Sonnenlicht gehüllt war. Magisch! 
Die Menge tobt zu "Ride a cowboy"
Achso, und es gab auch den ein oder anderen Betrunkenen zu beobachten da an diesem Tag Case-Day war. Das bedeutet, dass man 24 Flaschen Bier, oder wie ich es nenne: Wasser, kauft und jede Stunde ein Bier trinken muss. Mittags nach 4 Stunden gab es anscheinend schon die ersten Opfer des Case-Days.

Samstag:
Samstags war dann Field Day. Da ich selbst erst um 10 Uhr aufstand habe ich die schlimmsten Alkoholleichen verpasst.
Am Field Day bin ich dann mit ein paar anderen Studenten vor das SRC gegangen, wo man alle möglichen Spiele von Takeshis Castle über Mittelalter-Schwertkampf bis hin zu Wett-Essen von irgendeinem extrem ekligen Zeug machen konnte. Es war sogar so warm, dass ich in langer Hose und T-Shirt geschwitzt habe!
Nach 2-3 Aufgaben von Takeshis Castle gings dann zur Gun-Show und diese Geschichte kennt ihr ja schon!
Fragt mich nicht, warum dieser Mann mitten im Bild ist und die Sicht versperrt! Ich hab keine Ahnung.

Samstag, 23. April 2016

Gun Show - Mein erstes Messer

Wer findet den Student, der gerade schläft?!?
Ich beschreibe mal gerade was ich mache:
Ich sitze bei 15°C im T-Shirt und kurzer Hose draussen und schreibe diesen Eintrag. 15°C sind nicht viel werden jetzt manche sagen, aber hierneben ist jeder Tag ein Sonnentag! Also gefühlt 23°C und damit schön angenehm zum Sonnenbaden.
Durch die viele Sonne wird auch von vielen heute die magische Nacht erwartet: Die Nacht, in der sich Alaskas Natur nach monatelangem vegetieren entscheidet zuzuschlagen und dann laut allen Schilderungen in einer Nacht mit voller Wucht ihre Pracht entfalten soll. Jeder spricht hier von dieser magischen Nacht, wenn dann offiziel der Winter vorbei ist! Ich bin gespannt!




 

Aber nun zum eigentlichen Eintrag:
Heute war auf dem Campus eine Gun-Show. Ja, auf dem Campus. In der Sporthalle um genau zu sein. 5$ Eintritt und man konnte Waffen von unzähligen Schaustellern betrachten und natürlich auch kaufen, sofern man US-Bürger ist und einen Wisch dabei hatte, dass man einen Background-Check gemacht hat und keine zu krassen Straftaten begangen hat. Messer sind von dieser Regelung ausgenommen.

Was man dann dort kaufen konnte muss man gesehen haben. Es fing mit Schlafsäcken für -50°C Nächte an, ging über Waffenbücher bis hin zu Anstecknadeln. Für Sammler gab es natürlich auch Gegenstände, die in Deutschland streng verboten wären, wie zum Beispiel Hakenkreuzflagge, einen Wehrmachtshelm und diverse alte Anstecker von der Wehrmacht über die HJ bis hin zur SA. Aber auch Sowjetanstecker oder Marinesmedaillen konnte man erwerben. Alles was das Herz eben begehrt.
Bei den Waffen fing es bei kleinen Klappmessern an und ging über ellenlange Messer bis hin zu Macheten. Bei den Schusswaffen fing es auch mit kleinen Revolvern, die es auch in pink gab, an und ging über Schrotflinten und Jagdgewehre bis hin zu Sturmgewehren (M4, AK47) und großen Kalibern, mit denen man wahrscheinlich ein Flugzeug vom Himmel schießen kann.
Ich persönlich habe mich für ein kleines Klappmesser entschieden. So klein, dass ich es mit nach Deutschland nehmen darf, aber auch so groß, dass man damit Fische ausweiden könnte. Und natürlich ziemlich scharf.
Am Besten ihr schaut die Bilder an die ich gemacht habe und dann bekommt ihr einen kleinen Eindruck von der Gun-Show!
2:1-Lösung: Tötet nicht nur ein Tier, sondern verarbeitet es parallel auch noch zu Gulasch!

Sturmgewehre. Für den "Zivilgebrauch".


Einer von drei Sammlerständen.
Mein Baby. 10$ und man ist dabei...
 Heute Abend geht es dann zu einem weiteren Bonfire, circa 60 Meilen von Fairbanks entfernt. Dort kann ich dann mein Messer mal ausprobieren und lecker Wurst grillen. Auch wenn ein Bonfire wohl eine etwas größere Nummer ist als ein deutsches Lagerfeuer. :D

PS: Wenn ihr irgendwie Fragen, Wünsche oder Anmerkungen habt könnt ihr gerne die Kommentarfunktion dieses Blogs benutzen! So ne schöne Diskussion wäre mal was. :D